Mit dem frühen Einbruch der Finsternis ist die Täuschung vorbei und das Leben beginnt, jenes Aggregat aus dem kalten Klirren der Elekronik an den Mauern der Häuser, dem Auf und Ab der Statisten auf den Fussgängerzonen und am Ende: jener siderische Punkt der Sehensüchte.
District Rappongi § Mori tower_ 50 Stockwerke hoch auf einem Berg, am Tag, wenn die Spätsommersonne scheint, verliert das Monstrum seinen Zauber für einige Momente.
In der kontinuierlichen und flüssigen Szenerie des Stadtbildes im Sonnenlicht sieht alles nicht mehr bedrohlich aus, trotz punktueller Dichte von towers ist kein Vertigo, die Stadt ist monochrom, monoton, monoform und damit berechenbar.
Die Wucht der Vertikalität in NYC ist immer präsent und erschreckend. Tokyo ist wie ein Orbit, aus der Höhe schweigsam und mild, fern vom Tod und Wüsten (cave die Sinne täuschen)
Die Menschen neigen ihre Oberkörper bei jeder erdenklichen Gelegenheit, der Code ist nicht einfach zu dechiffrieren. Es handelt sich um ein reiner Selbstzweck. Unabhängig davon ob es kontextuell eine "Bedeutung" gibt oder nicht, man macht es einfach, weil es ein integraler Bestandteil der Gesten und Masken des Alltages darstellt. Die Geste ist selbst der Code, das reine Außen, die direkte Bewegung, kein cutural plot dahinter oder darunter.
Tokyo @ September 2007
Shibuya 
Shibuya in der Nacht: fast alle wirken wie Statisten in einer kinematographischen Vorsehung, fast jede Bewegung ist kinematographisch.
Die Varianz der Bekleidung beschränkt sich auf die trash ladies (TLs) (13-18), die wie gefangene der eigenen Kreativität alle Schwellen unter/überschreiten, die man der Kombination zuweisen könnte, man sollte es vielleicht nicht. Es erreicht ein solches hohes Maß an ästhetischer Differenzierung, die man sonst nur Experten der Abstraktion zutrauen konnte. Hier sind es die Kids, die die Kriterien definieren, aus purem Pragmatismus, aus reiner Extravertiertheit, aus expliziten Effekten. Kein Konzept, keine "Vorstellung", keine Analysen. In dieser Pragmatik der schönen Formen geht etwas auf, was nur hier möglich ist: Life style ohne Spekulation, ohne Begriff, das Leben als Äquivalent der "Effects", als "sign", und vielleicht auch als Ware. Jene Ware, die nur im Tausch zu ihrer Existenz kommt und nur im Umlauf und in Bewegung bestehen kann. Die anderen: Männer > 35, Seniore, Arme, ET´s, kann man ruhig vergessen, sie gibt es nicht im GEWITTER aus Licht und Bewegung.
Eine elektronische Haut liegt auf der Oberfläche der Stadt. Sie bestimmt das Aussehen und die Spannung der Strassenschluchten. Das Gehen & Kommen findet offenbar nur statt, um im Heiligschein der Lichter zu stehen.
Im Grunde, ist all dies nur eine Oberflächenspannung. Lichter und nichts anders als Lichter umgeben die buildings, sie umgreifen sie, sie geben Ihnen ihre Farbe, sie bestimmen (wahrscheinlich) ihr Innenleben und vor allem: sie geben ihnen ihre Namen. Kein building ohnen einen Eigennamen. Der ist aber nur durch das Licht sichtbar und existent.